Tag 1 des GWK Gesundheitswirtschaftskongress in Hamburg. Auf das Programm habe ich mich heute früh bei einer Tasse Kaffee sehr gefreut.
Den Start machte natürlich Heinz Lohmann. Man mag ihn einfach gern! Und es lohnt sich ihm gut zuzuhören: „Der Politik fehlt es an Tatkraft und sie muss aufhören alles mit Geld zuzukleistern.“ Wohl wahr lieber Heinz. Aber es mangelt auch nicht an Kritik an die Manager: „Ich habe auch schon mutigere Krankenhaus-Manager erlebt, die aus ihrem Saftladen was Gutes machen. Jetzt wird eher auf die Politik gezeigt.“
Und er hat natürlich wie meist Recht: Wo ist der Focus auf operative Excellence? Auf Produktivität? Warum machen die stationären Träger nicht konsequente ambulante Medizin? Wo ist der Antrieb es selbst zu schaffen ohne den Subventionstropf der Politik? Fehlanzeige! Manager des Jahres wird eher, wer Millionendefizite verantwortet und Stationen und OPs wegen Personalmangel nicht betreiben kann.
Der Realismus einer Katherina Reiche täte im BMG gut. Die Gesundheitspolitik hat es aber noch nicht verstanden und es wäre wünschenswert, wenn die Leistungserbringer nicht auf den „Herbst der Reformen“ warten sondern selbst aktiv werden. Es ist auch NICHT so, dass die Über-Regulatorik ALLES verhindert. Ambulante Ketten zeigen wie und das es geht. Und das auch wirtschaftlich. Andreas Hartung hat es dezent aufgezeigt: Wachstum von 3 auf 130 Standorten in 3 Jahren. Zitat: „Warten auf die Politik ist kein Maßnahmenplan“. Angebot schafft Fakten liebe Klinikbetreiber!
Wie machen es denn die neuen Player? Private Equity setzt inzwischen auf „Operating Partner“. Die Zeiten des Financial Engeniering sind (fast) vorbei. Und wenn Klinikketten keine neuen Assets mehr kaufen auch deutlich eingeschränkt. Operative Excellence ist das Rezept der PEs. Szenarien statt Pläne. Produktivitätsdenken statt Subventionsoptimierung. Das ist Hoffnung für eine finanzierbare Gesundheitsversorgung.