Berlin. 35 Grad. Hauptstadtkongress.
Was für mich am ersten Tag schlimm war: Nicht die Hitze. Sondern die Stimmung. Es war anders als der Slogan „Kein Platz für Ideen“.
Schon in der Eröffnung von Ministerin Warken dominierte die Botschaft: Wir haben kein Geld. Statt einer Vision, eines Zielbilds oder einer Idee davon, wie ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen aussehen könnte, ging es um Sparzwänge. „Erst die Sparreform, dann die Strukturreform“, so die Botschaft.
Der treffende Kommentar von Andreas Gassen dazu:
“Die Strukturreform kommt nur für die, die dann noch stehen.”
Am Nachmittag dann noch schlimmer die Diskussion zu den GKV-Finanzen. Auf dem Podium: DKG, Kassen und KBV.
Die Botschaften waren destruktive Jammerei:
* Krankenhäuser seien bereits hoch effizient, weiteres Sparen nicht möglich. Der kalte Strukturwandel kommt…
* Niedergelassene Ärzte erwarten Umsatzrückgänge von 10–12 Prozent. Da wird Leistung reduziert werden…
* Die Kassen sehen ebenfalls kaum Spielräume. Vielmehr sei das alles ein dreister Griff in die Kassen zur Optimierung des Bundeshaushalts.
Kurz gesagt: Alle erklären, warum es nicht geht. Und Heinz Lohmann hat uns schön spitz gefragt: Gibt es eigentlich einen warmen Strukturwandel und ist der dann schöner?
Was ich vermisst habe:
➡️ Wo sind die konkreten Ideen, wie es gehen könnte?
➡️ Wo sind die Vorschläge für neue Versorgungsmodelle, digitale Prozesse oder innovative Organisationsformen?
➡️ Wo ist die Bereitschaft, Veränderung als Chance zu begreifen?
Besonders treffend fand ein Gespräch mit einer Besucherin aus der Schweiz. Dort entsteht offenbar eine neue Generation von Krankenhausmanagern: technologieoffen, lösungsorientiert, prozessgetrieben und mit einem klaren Fokus auf Umsetzung statt auf politische Erwartungshaltung.
Eine interessante Beobachtung: Beim Schweizer DRG-Forum fragt kaum jemand nach Politikern. Man wartet nicht darauf, dass die Politik die Probleme löst.
In Deutschland scheint das oft anders zu sein. Kommt ein Minister sind die Stühle alle besetzt. Und warum erwarten wir eigentlich, dass Politik unsere Probleme löst?
Vielleicht ist genau das unser größtes Problem: Nicht der Mangel an Geld. Sondern der Mangel an VeränderungsWILLEN.
Wir begleiten genau dabei! Veränderung ist nicht einfach. Aber Chancen gilt es zu ergreifen!